1100 Jahr-Feier der Stadt Olfen

Festumzug am Sonntag, 03. September 1989

Zeitungsbericht vom 04.09.1989

Im Zeitraffer von damals bis heute - Ideenreichtum und große Farbenpracht

Olfen (ing). Die Olfener erwiesen sich ihren Vorfahren würdig. Sie zauberten einen Festzug auf die Straße, der an Ideenreichtum und Farbenpracht kaum zu überbieten war und deshalb getrost als Höhepunkt der Festwochen aus Anlass des Jubiläums 1100 Jahre Stadt Olfen bewertet werden kann. Ein Schlussakkord, der Tausende an den Straßen begeisterte.

 

Der Abfolge des Zuges lag ein durchdachtes Konzept zugrunde. Im Zeitraffer ging es durch die Geschichte der Stadt Olfen, deren erste

urkundliche Erwähnung vor 1100 Jahren (Schenkungsurkunde des Bischofs Wolfhelm) ebenso dargestellt war wie der Wandel in Landwirtschaft und Handwerk. 67 Abteilungen — von Fußgruppen über Pferdegespanne bis zu großen Wagen — zeichneten ein farbenprächtiges Bild.

 

Die Landsknechte des Männerchores Lüdinghausen bildeten den Anfang, gefolgt von der Geistlichkeit mit Bischof Wolfhelm und den Vorfahren, den Jägern, Fischern und Sammlern. Die gräfliche Familie von Hagen-Plettenberg und ihre Mitarbeiter blendeten zurück zu Sandfort 1262, als es offensichtlich noch eine ganze Schar von plagenden und klagenden Schlossgeistern gegeben haben muss.

 

Die Rauschenburg rollte im Zug ebenso mit wie eine Bockwindmühle oder die alte Brennerei Deitermann. Damit war zugleich auch der Übergang zu dem prächtigen Brauereigespann mit dem Wirteverein im Gefolge gegeben. Farbenpracht und duftende Vielfalt hatten die Floristen und Gärtner kombiniert. Die Kolgingsfamilie begleitete – nicht zuletzt mit Bezug auf ihren Gründer — eine Schuhmacherwerkstatt. Die Landwirtschaft war vielfältig präsent — mit Geräten von gestern bis heute, dazu mit zahlreichen Fußgruppen.

 

Die Post, die Feuerwehr, das DRK und die Polizei überbrückten mit Kutsche, alter Pumpe, Kranken-Handwagen bzw. Gendarmen die Zeit von damals bis heute. Eine historische Hochzeitsgesellschaft, die Schützen mit dem ersten Olfener Kaiserpaar, der MGV Harmonia und der Chor 82 setzten weitere Farbtupfer. Als die Abteilung der Kitt-Karnevalsgesellschaft anrollte, gab es einen Vorgeschmack auf die nicht mehr ferne närrische Zeit. Abteilungen des SuS Olfen oder Gruppen von Hundesportlern stellten den Bezug zum jungen Olfen her; jung und alt ließ der Kolpingsspielmannszug musizieren. Er und der Musikzug Olfen sowie die Kapelle aus Olfen im Odenwald spielten später zum Platzkonzert auf dem Marktplatz.

 

Nicht umsonst bildete das alte Rathaus mit der personellen Besetzung von heute das Ende des Festzuges. Denn hier wurden in der Vergangenheit und werden in der Zukunft die Weichen gestellt für eine Stadtentwicklung, zu der auch der Bezug zur Vergangenheit gehört.