Echte Heimat - Heimatverein Olfen 

Digitaler Stadtrundgang - Krankenhaus St. Marien

Das ehemalige Krankenhaus St. Marien wurde erbaut 1892-94. Ermöglicht wurde dies durch 2 großzügige Schenkungen. Es wurde letztmalig 1968 umgebaut und musste dann 1972 aufgegeben werden. Es wurde vom Sozialwerk St. Georg bis 2014 als Pflegeheim genutzt, anschließend vom Pflegeheim Olfen St. Vitus-Stift übernommen. Es wird bis heute als Flüchtlingsunterkunft genutzt. 

 

Bau des Krankenhauses 1892 – 1894 

Die Nachbargemeinden Lüdinghausen, Seppenrade, Datteln und viele andere Gemeinden im Bistum Münster besaßen bereits seit längerer Zeit ein Krankenhaus. Auch bei den Olfenern bestand der Wunsch nach einem eigenen Krankenhaus. Am Fest Maria Lichtmess 1890 nahm der Plan zum Bau eines Krankenhauses greifbare Form an.

 

Einige Schenkungen erfolgten:

Des Weiteren startete man einen Spendenaufruf, der zu einem guten Erfolg führte:

  • 300 Mark spendete Graf Wedel auf Haus Sandfort
  • 200 Mark die Gräfin Kielmannsegge in Cappenberg
  • 100 Mark der Graf August Schmising auf Haus Füchteln 

Als passender Platz für das neue Krankenhaus fand sich ein Privatgrundstück vor dem Ostentor. Der Bau, nach der Zeichnung des Maurermeisters Merten aus Ascheberg, begann im Frühjahr 1892 durch die Firma Vogel.

 

Am 14.02.1894 zogen 5 Schwestern aus dem Mutterhaus des hl. Franziskus zu St. Mauritz bei Münster in das neue Krankenhaus ein und wirkten für die ganze Pfarrgemeinde in Olfen. Das Haupthaus, das eigentliche Krankenhaus, stand allein da. Es fehlte dringend ein Nebenhaus  mit einer Scheune, welches noch im selben Jahr 1894 durch Ferdinand Robbert aus Lünen gebaut wurde.

 

Im Jahre 1898 wurde im Haupthaus eine Kapelle eingerichtet. Jeweils dienstags und freitags fand in der Kapelle eine hl. Messe statt.

 

Schon 1899 erwies sich das Nebenhaus als viel zu klein und wurde verlängert.

 

Seit Winter 1896 befand sich im Kellergeschoss des Krankenhauses eine Einrichtung, welche wohl einzigartig war, es handelte sich um eine Speiseanstalt für die Schulkinder im Winter. Durchschnittlich nahmen jedes Jahr ca. 140 Kinder daran teil – im Winter 1909/10 waren es sogar 165 Kinder. Alle Kinder, reich und arm, erhielten täglich ein warmes, unentgeltliches Mittagessen, durch Spenden finanziert.

 

Die Finanzierung des Krankenhauses wurde durch Pflegegelder, freiwillige Gaben und durch jährlichen Kollekten getragen. In der Stadt und in den Bauernschaften wurden z.B. Korn, Kartoffeln, Butter und Eier gesammelt. Ferner sind nach dem Vorbild anderer Krankenhäuser sogenannte Jahreskarten eingeführt worden. Eine Karte kostete 1 Mark und gewährte 20 freie Verpflegungstage. Diese Karten brachten zusätzlich pro Jahr 600 – 700 Goldmark ein.

 

Quellen: zusammengetragen durch Bernhard Wilms, Peter Dördelmann, Heimatverein Olfen, aus Berichten des Pfarrers Dirking.

 

1972 konnte das Krankenhaus auf Grund seiner Größe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Von nun an wurden hier Menschen mit Behinderung betreut.

 

Von 1972 bis 2014 wurde es von St. Georg als Marienheim für Menschen mit psychischen und geistigen Behinderungen genutzt.

 

Seit 2014 gehört es zum St. Vitus-Stift, einer Pflege-Einrichtung der Stadt Olfen.
Im Rahmen der grünen Achse ist geplant, die beiden angebauten Gebäudeteile abzureißen, so dass nur noch das ursprünglichen Mittelteil erhalten bleibt.

 

Seit der Flüchtlingswelle 2015 wird es als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

 

HPD