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Olfen seit der Frühzeit


eine kurze Übersicht

Steinzeit

Das heutige Stadtgebiet Olfens scheint schon während der Stein- und Bronzezeit besiedelt gewesen zu sein. Funde, insbesondere Geweihwaffen aus dem Bett der Lippe, beweisen das.
Wer diese Menschen waren, die dort siedelten und wohin sie gezogen sind, wissen wir nicht.

Erst während der römischen Kaiserzeit werden die hier lebenden Menschen zumindest als Stamm genannt: die Brukterer. Sie haben sicherlich - zahlreiche Funde auf Olfener Gebiet beweisen das - Handel mit den Römern getrieben, die in unmittelbarer Nachbarschaft in Augusteischer Zeit das Kastell in Haltern erbauten.
Auch wenn es den Römern nicht geglückt ist, ihr Herrschaftsgebiet weiter als bis nach Haltern - und das auch nur für kurze Zeit - auszudehnen, so gab es doch intensive Handelsbeziehungen mit den Germanen.

 

889

Olfen tritt erst wieder in das Licht der Geschichte mit der ersten schriftlichen Erwähnung im Jahre 889. In den vorausgehenden Jahrhunderten hatte es eine langdauernde Wüstungsphase gegeben, bis das Land von den Sachsen besiedelt und schließlich von den Franken unter Karl dem Großen erobert wurde.

 

889

889 überlässt König Arnulf dem Bischof Wolfhelm von Münster zum Eigentum, was seines Rechtes war: In den Gauen, die Gifaron und Reindi heißen, alles, was zwischen den Orten Seliheim (Selm) und Solison (Sülsen) Wolfhelms Brüder als Lehen gehabt haben mit Hof und Haus und allen Gebäuden, mit Familien und Arbeitskräften beiderlei Geschlechts.

 

Schon Anfang des Jahres 889 hatte Bischof Wolfhelm seinen und seiner Brüder Besitz in Olfen, Kirche, Hof und Ländereien, dem Dom zu Münster vermacht. Das wurde öffentlich in der Kirche St. Vitus zu Olfen verkündet.

Nachdem Wolfhelm von einer schweren Krankheit genesen war, überlegte er es sich anders und schenkte seinen Besitz in Olfen, die Ortschaft mit dem Oberhof und 30 Familien, dem Kloster Werden.

Am 16. Oktober 889 traf sich Bischof Wolfhelm mit seinen Brüdern und dem Abt von Werden, der die Reliquien des heiligen Liudger mitbrachte, in Olfen und verkündete diese Schenkung.

Besonders bemerkenswert ist bei diesen Vorgängen, dass es

1. zu jener Zeit bereits eine Kirche gab,

2. ein Oberhof als Keimzelle des Ortes ebenfalls vorhanden war,
    obwohl er in den Werdener Heberegistern nicht vermerkt wird.

 

836

Da die Olfener Kirche dem heiligen Vitus geweiht ist, kann sie erst nach 836 entstanden sein, also nach der Überführung der Reliquien des heiligen Vitus nach Corvey.

Über ihr Ansehen wissen wir nichts, ohnehin haben wir für die folgenden Jahrhunderte nur spärliche Überlieferungen.

 

1166

1166 wird ein Pfarrer Hoyes zu Olfen genannt.

Auch über die Familie von Olfen, die möglicherweise mit den Lüdinghausen-Wolf verwandt ist, wissen wir nur wenig.

 

1222

1222 wird Konrad von Olfen genannt, der einen Zehnten zu Seppenrade der Kirche St. Aegidii in Münster überlässt.

 

1265

Ein wichtiges Datum in der Geschichte Olfens ist das Jahr 1265.

Der Oberhof Olfen, das Zentrum der Verwaltung für ein größeres Gebiet, wird Eigentum des Domkapitels zu Münster, und das Patronatsrecht über die Pfarrstelle fällt dem Dompropst zu.

Bis in die frühe Neuzeit fließen die Nachrichten über den Ort nur spärlich.

 

1313

Im „Registrum bonorum“ der Diözese Münster wird 1313 das jährliche Einkommen der Pfründen aus Olfen mit 10 Mark angegeben.

 

1323

1323 gesteht Bischof Ludwig von Münster dem Grafen Engelbert von der Mark Gericht und alles Gut im Kirchspiel Olfen zu.

 

1498

1498 wird in einer Kopfsteuererhebung die Zahl der Kommunikanten in Olfen mit 483 angegeben.

 

1569

1569 wird Olfen das erste Mal als "Wigbold" bezeichnet, also nicht mehr nur als Kirchspielort, sondern als Ort mit beginnender Ausprägung zu städtischem Leben.

 

1581

Diese Bezeichnung wird 1581 wiederholt.

 

1586

1586 heißt es in einem Siegel 'des frien beldes Olfen'.

Doch in einer Urkunde des gleichen Jahres zur Bewilligung von Jahrmärkten wird der Ort mit "Wigbold" bezeichnet; auf dem Rückvermerk dieser Urkunde heißt es:

Original Reversal scheffen und gemeinheit des Wigboldts zu Olffen, wegen dern Inen bewilligten zweien Jarmarkten

Damit tritt ein wirklich städtisches Gemeinwesen zumindest in Ansätzen hervor, das wohl auch bald eigene Rechte beansprucht.

 

1592

Wegen unruhiger, kriegerischer Zeiten - in den spanisch-niederländischen Krieg wird auch das eigentlich neutrale Fürstbistum Münster einbezogene - beginnen die Olfener 1592 mit der Anlage einer Befestigung.

In den Akten über diesen Vorgang werden Bürgermeister, Schöffen und Gemeinsleute genannt, die vom Landesherrn mit schweren Strafen bedroht werden, wenn sie mit der Befestigung fortfahren.

 

1601

Wegen der immer bedrohlicher werdenden Überfälle - die Spanier und die „Staatischen“ (Niederländer) überfallen mehrfach den Ort - wird schließlich 1601 unter Bürgermeister Bilholt (550 Einwohner) eine richtige Stadtbefestigung mit Toren gestattet.

Seitdem gibt es auch ein Stadtgericht.

Noch bis zum Ende der fürstbischöflichen Zeit wird Olfen als Wigbold oder auch als Flecken bezeichnet.

 

1655

Olfen erhält eine Poststation auf der Postverbindung Berlin - Kleve.

 

1787

Nach der Polizeiordnung von 1787, die diejenige aus dem Jahr 1682 bestätigte, hatte jedes alte Bürgerhaus Rechte in der Olfener Mark:

Danach gab es 146 Bürger 1. Klasse, sieben Bürger 2. Klasse, sechs Bürger 3. Klasse (Besitzer von Häusern, die in ganz neuer Zeit erbaut worden waren) und 28 Bürger 4. Klasse (Heuerlinge oder Mieter).

Nach diesen vier Klassen wurden die gemeinschaftlichen Anteile der Weide für Kühe, Ochsen und Kälber in der Olfener Mark abgestuft.

 

1801

Man kann also durchaus von einem Ackerbürgerstädtchen sprechen, das dann kurz vor dem Ende der fürstbischöflichen Zeit 1801 zu den Minderstädten gerechnet wird.

Die kurze napoleonische Zeit, während der Olfen zum Großherzogtum Berg gehörte, brachte große Umwälzungen, doch an der Stellung des Ortes änderte sich nicht viel.

Bedeutend war die Übernahme der Verwaltung durch das Königreich Preußen.

 

1816

Der Oberhof Olfen war schon nach der Säkularisation an den preußischen Staat gefallen und kam 1816 durch Tausch an den Freiherrn vom Stein auf Schloß Cappenberg.

 

1820

1820 wird Olfen dann endlich auch in den Verordnungen des Oberpräsidenten von Westfalen zu den Städten gerechnet, obwohl es auch für die preußische Zeit keine formelle Stadtrechteverleihung gibt.

 

1857

Das herausragende tragischste Ereignis im 19. Jahrhundert war der große Stadtbrand im Jahr 1857; 89 bewohnte Häuser, darunter das Rathaus, das Postgebäude und die Apotheke, brannten ab, dazu vier Brennereien, ein Laboratorium und 48 Nebengebäude.

Der Wiederaufbau vollzogt sich nur langsam, zumal durch eine neue Straßenführung der Ortskern ein mehr städtisches Gepräge erhalten sollte, was dann auch geschah.

In diese Bemühungen, der Bezeichnung „Stadt“ gerecht zu werden, fallen auch die mehrfach unternommenen Vorstöße, an das Eisenbahnnetz angeschlossen zu werden, die aber alle misslangen.

Immerhin wurde Olfen Hafenstadt durch die Anbindung an den Dortmund-Ems-Kanal.

Die Bezeichnung „Stadt“ ist auch in der Folgezeit immer wieder angezweifelt worden, so zu Beginn unseres Jahrhunderts und in den 20er Jahren, jedoch sind die Versuche der Regierung zu Münster, der Stadt ihre Rechte abzusprechen, im Sande verlaufen.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Stadt im Grunde ein Ackerbürgerstädtchen geblieben und hat auch die schweren Kriegszeiten relativ unversehrt überstanden.

 

1884

Gründung der Spar- und Darlehnskasse

 

1885

 Einweihung der Pfarrkirche St. Vitus


1892 - 94

Bau des Krankenhauses


1898

Gründung der Sparkasse

 

1892 - 99

Bau des Dortmund-Ems-Kanales

1905 Stadtwappen, Dienstsiegel und Urkunde über die Stadtrechte

1907 Anschluss an die zentrale Wasserversorgung

1912 Anschluss an das Stromnetz

1928 - 29 Bau des Pfarrgemeindezentrums 'Leohaus'

1934 Bau der Neuen Fahrt des Dortmund-Ems-Kanals (ca. 4.000 Einwohner)

1945

Nach dem Krieg stiegen die Einwohnerzahlen durch die einströmenden Flüchtlinge rapide an, die Stadt breitete sich aus, neue Wohngebiete wurden erschlossen, der Stadtkern erhielt durch Sanierung und Neubau etlicher Häuser ein ganz neues Aussehen.

Durch die Ansiedlung neuer Betriebe fanden viele Menschen Arbeit.

Die Schaffung von Erholungseinrichtungen bescherte der Stadt einen stetig wachsenden Fremdenverkehr, der nicht zuletzt durch die schöne naturgegebene Lage an Stever und Lippe inmitten der münsterländischen Parklandschaft begünstigt wird.

1953

Einweihung der evangelischen 'Christuskirche'

 

1975

 Eine Besonderheit in der Geschichte Olfens ist die erst bei der kommunalen Neuordnung 1975 erstmals mit Brief, Siegel und Wappen fixierte Bezeichnung "Stadt".

 

1980

Anschluss an die Gasversorgung

 

1986

Bau der Südumgehung

teilweise Trockenlegung der 'Alten Fahrt'

 

1989

Bau der Stadthalle

 

1991

Errichtung der Wolfhelm-Gesamtschule (ca. 10.000 Einwohner)

 

Quelle: KREIS COESFELD, Laumann-Verlag Dülmen + Bernhard Wilms, Heimatverein Olfen